Magendrehung

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Magendrehung

Beitrag  Gast am Do 07 März 2013, 15:27

Die Magendrehung ist eine gefürchtete Krankheit bei großen Hunderassen, die ohne rasche chirurgische Versorgung zum Tode des Tieres führt!!

Medinzinisch entsteht die Magendrehung aus einer Verdrehung, die zu einem Verschluss des Magenausganges und darauf folgend zu einer Aufgasung bzw. Erweiterung des Magens führt.

Magendrehungen entstehen meist einige Stunden nach dem Füttern. Die Ursachen werden in unbedachten Bewegungen oder toben nach dem füttern vermutet. Durch die Drehung werde Blutgefäße abgeschnürrt, sodass es zu einer Unterversorung des Magens, der Milz und Teilen des Dünndarms kommt.

Erwiesen ist es, dass von Magendrehungen vorwiegend große Hunderassen vorkommt.

Symptome

- Ein bis zwei Stunden nach der letzten Fütterung Aufblähen des Bauches.
- Die Tiere sind unruhig, speicheln vermehrt, versuchen zu erbrechen ohne Erfolg
- Der Bauchumfang nimmt trommelartig zu
- Klopft man den Bauch ab, hört es sich wie eine Trommel
- Die Tiere werden teilnahmslos
- Es kommt zum Kreislaufversagen, das Tier wird bewußtlos

Behandlung

- Die einzige Behandlungsmöglichkeit besteht in die Rückverlagerung des Magens in seine
normale Lage.

Die Prognosen für ein gelingen liegen in der Schnelligkeit das operiert wird. Wenn die OP bis max. 6 Stunden nach Magendrehung erfolgt, bestehen günstige Aussichten in Bezug auf eine Heilung und das Überleben des Tieres.

Vorbeugen einer Magendrehung

- Den Hund 3- 4 mal täglich füttern.
- optimale Fütterung aller Hunde ist die Frischfütterung, da hier eine bessere Verdaulichkeit
besteht
- Nach dem Fressen Aufregung und große Anstrengungen für mind. 1 - 2 Stunden vermeiden
- Nur langsame Futterumstellungen
- Magendrehungen werden auch durch gärendes Futter gefördert, da diese dem Magen
Auftrieb verleihen.
- hochangebrachte Futterschüssel, sollen vorbeugend wirken, aber das ist nicht belegt

Wenn der Verdacht einer Magendrehung besteht, SOFORT einen Tierarzt aufsuchen und unbedingt auf eine Röntgenuntersuchung bestehen.


Zuletzt von Quast1966 am Fr 08 März 2013, 11:05 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Re: Magendrehung

Beitrag  Gast am Do 07 März 2013, 22:52

Ich ziehe immer den Hut vor deinem wirklich fundierten und breitgefächertem Wissen, allerdings möchte ich hier ausnahmsweise widersprechen, nur damit bitte Niemand bei solchen Symptomen/MD-Verdacht auch nur eine halbe Stunde Zeit verstreichen lässt:

Ein Hund mit einer Magendrehung hat definitiv keine günstige Prognose bei einer OP bis max. 6 Stunden!
In der Regel sind Hunde nach 6 Stunden schon an Kreislaufversagen gestorben, bzw. die Prognose ist mangels Durchblutung und evtl. noch gedrehter Milz schlecht, da nach so langer Zeit -auch nach gelungener OP-, die Gefahr des Versterbens an Kreislaufversagen oder aber am Endotoxinschock auch im nachhinein sehr gross ist.

Ist nicht böse gemeint, ich weiss, dass HIER NIEMAND warten würde, aber evtl. zu diesem Thema nicht so belesene und unbedarft mitlesende Gäste evtl. schon! Rolling Eyes

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Re: Magendrehung

Beitrag  Gast am Fr 08 März 2013, 07:11

Super, die Anmerkungen sind klasse. Zeigt mir, dass ich mich nicht deutlich genug ausgedrückt habe und der letzte Satz noch fett geschrieben sein muss.

Die Info's mit der OP innerhalb von max. 6 Std. ist aus einem Ärzteblatt und setzt vermutlich einen optimalen Verlauf vorraus.

Der Dobermann einer guten Freundin hat das erstaunlicher Weise auch gut hinter sich gebracht. Da war vom Verdacht bis zur Ankunft in der Klinik ca. 1,5 Std. vergangen.

Was ich jetzt noch zum Thema gelesen habe, ist das gute Kliniken heute bei der OP den Magen an der Bauchdecke fixieren um weitere Drehungen zu verhindern. Die Erfolgquote liegt bei rund 99 %.


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Re: Magendrehung

Beitrag  DreiPointer am Fr 08 März 2013, 10:52

Quast1966 schrieb:
Was ich jetzt noch zum Thema gelesen habe, ist das gute Kliniken heute bei der OP den Magen an der Bauchdecke fixieren um weitere Drehungen zu verhindern. Die Erfolgquote liegt bei rund 99 %.

Genau, dies ist vor drei Jahren bei Harry auch gemacht worden. Ich habe mir das neulich von unserer Physio, die dort schon lange auch Tierarzthelferin ist, erklären lassen. Der Magen wird nicht wie mit einer Naht, sondern großflächig an der seitlichen Bauchdecke angenäht mit unauflösbarem Faden. Ein Abreissen sei so wirklich nicht möglich, der Hund müsste schon explodieren. Aufblähen kann der Magen natürlich immer noch (war bei uns dann ca. 1 od. 2 Jahre später der Fall).

Und nochmals: beim geringsten Verdacht SOFORT ZUM TA bzw. in eine Klinik, die das operieren kann. Nicht jeder TA kann zu jeder Tages- und Nachtzeit eine Magendrehung operieren.

Ein Hund meiner Mutter ist vor einigen Jahren trotz Not-OP daran gestorben. Es besteht akute Lebensgefahr!!!
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Re: Magendrehung

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