Fiona - von der Kette ins Leben...

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Fiona - von der Kette ins Leben...

Beitrag  caro am Do 17 Apr 2014, 11:07

Fionas Familie hat uns ein ganz tolles Tagebuch von der Maus geschickt. Lesen sie selbst:

Fionas Tagebuch


Lieber Leser,

ich habe beschlossen, ein wenig über mein Leben zu berichten. Von Zeit zu Zeit werde ich hier meine Erlebnisse, Freuden, Ängste niederschreiben – wenn ich denn Zeit dazu finde –…

Anfangen möchte ich aber mit meiner Vergangenheit. Hier kann mich kurz fassen, denn es gibt 1. nicht viel und 2. nichts Schönes zu berichten.

Meine Geschichte beginnt irgendwo in der Gegend von Valencia in Spanien. Wo genau weiß ich nicht, ist aber auch unwichtig.
Ich lebte bei einem Bauern, na ja, „leben bei“ trifft es überhaupt nicht!

Er hat mich gekauft und in einen dunklen Verschlag auf einem spanischen Feld gesteckt.
Ich bekam selten und wenig zu fressen und Wasser gab es auch nicht immer, obwohl es ja da, wo ich herkomme, sehr warm ist.

Irgendwann im letzten Jahr hat die Organisation „Hundepfoten in Not“ von mir erfahren und mich von dort weggeholt und zu einer Aufnahmestation gebracht.
Das bin ich – bzw. so sah ich damals aus – .


Gut, damals war ich noch keine wirkliche Schönheit, aber ich war halt durch das Leben in dem Verschlag sehr vernachlässigt.

Aber liebes Tagebuch, ich kann Dir versichern, es gibt in den Aufnahmestationen jede Menge erbarmenswerte Geschöpfe, die noch viel mehr als ich mit- und durchgemacht haben!!!

Ich für meinen Teil habe die Zeit bei dem Bauern seelisch ganz gut verkraftet. Entweder liegt es daran, dass ich sehr wesensfest bin und/oder – nicht wie viele andere Kollegen – von Zweibeinern geärgert, gequält oder misshandelt worden bin.

Ich verstehe die Zweibeiner nicht….aber da bin ich nicht alleine!!!
Es gibt liebe, nette, gutmütige unter ihnen, aber es gibt einige „Hundehalter“ die ein komisches Verständnis von uns Hunden haben!

Mich würde mal interessieren, was DIE denken und machen würden, wenn man DIE so behandeln würde wie UNS…!

Na ja, lassen wir diese Betrachtungen; es ist, wie es ist.

Jedenfalls bin ich Ende September 2013 mit vielen Kollegen in einem Sammeltransport nach Deutschland gekommen – es war ganz schön voll und eng in dem Auto. Ich habe mir aber sagen lassen, dass das immer so ist, weil die Aufnahmestationen voll von uns sind.
Hier in Deutschland bin ich erst einmal bei der Pflegefamilie B. in Kamp-Lintfort gelandet, die sich sehr um mich gekümmert hat. Das hat mir richtig gut getan.

Als ich in Deutschland ankam, war ich eine Pointer-Twiggy mit nur 18 Kilogramm.
Meine Pflegefamilie hat mich erst einmal aufgepäppelt. Soweit ich das mitbekommen habe, habe ich gute 4 Kilogramm zugenommen. Trotzdem finde ich, dass ich immer noch gertenschlank bin.

In der Pflegefamilie gab es noch 2 richtige Hunde, ich meine Kollegen, die „für immer“ bei ihren Zweibeinern bleiben können. So ein richtiges Zuhause wollte ich auch haben; eines wie man es aus seinen Hundeträumen kennt.

Familie B. und die Leute von „Hundefpoten in Not“ haben mich dann in Deutschland „ausgeschrieben“. Es gab Bilder von mir, so dass man von mir und meiner Geschichte erfahren konnte.

Die erste Zeit schien sich niemand für mich zu interessieren, warum???

Ich begann, mich mit den Dalmatinern der Pflegefamilie anzufreunden und gewöhnte mich an meine Pflegeeltern. War ja nicht schwer, die machten ja auch einen prima Job! Ich bekam erstklassiges Futter, regelmäßigen Auslauf auf einer Riesenwiese und natürlich Zuwendungen!

Trotzdem:
Insgeheim wartete ich auf ein „richtiges“ Zuhause, eine Stelle, wo ich nicht nur vorübergehend, sondern für immer bleiben kann.

Mein Leben änderte sich dann aber im Januar 2014 schlagartig…

Es begann damit, dass es eines Tages es an der Türe meiner Pflegeeltern schellte und als ich zur Türe kam, standen dort 3 Zweibeiner, die mir sehr herzlich erschienen.

Ich habe mich sehr über den Besuch gefreut und wir sind dann zusammen zu meiner Auslauffläche gefahren. Dort haben die Zweibeiner mit meinem Pflegeherrchen zusammengestanden und ziemlich viel erzählt, während ich Runde um Runde gelaufen bin und meinen Spaß hatte.

Danach sind wir alle wieder zur Pflegestelle zurück und der Besuch war freundlich und nett und kümmerte sich viel um mich.

Danach sind die Drei wieder gefahren.

In der folgenden Woche war eigentlich fast alles so wie immer, nur dass auf einmal meine Sachen gepackt wurden. Und dann hat es am Freitag dem 31.01.14 wieder geklingelt und zwei von den drei Zweibeinern aus der letzten Woche waren wieder da.

Und sie wollten mich abholen, mitnehmen und mich zu sich nehmen!
Zunächst war ich ganz froh, aber als ich dann im Auto von meinem neuen Frauchen und Herrchen saß, war mir doch etwas mulmig zumute.

Ich war ziemlich aufgeregt und habe fast nur gestanden und mir die Umgebung angesehen.

Und dann kam ich in mein neues Zuhause…

Eine ziemlich große „Hütte für Zweibeiner mit vielen, weichen Teppichen.

Außerdem gibt es einen Kasten, der abends manchmal richtig Wärme abstrahlt. Frauchen/Herrchen nennen ihn Kaminofen. Das ist echt gemütlich und ich mache mich dann ganz lang…!


In der ersten Nacht habe ich mich – ehrlich gesagt – etwas schwer getan. Nicht, dass ich groß aufgefallen wäre, aber ich wusste einfach nicht, was ich machen sollte. Zuerst wollte ich auch ins Bett, was mir Herrchen abgelehnt hat. Ich habe das zunächst auch akzeptiert und bin in mein Weidenkörbchen in der gleichen Etage geklettert.

Als Frauchen und Herrchen dann schliefen, habe ich versucht, am Ende des Bettes zwischen den beiden hineinzukriechen. Herrchen hat nichts gemerkt, aber Frauchen…
Das Ende vom Lied war, dass ich wieder aus dem Bett musste. Danach habe ich mich im Weidenkörbchen verzogen und nichts mehr von mir hören lassen.

Das Wochenende war dann ziemlich spannend. Es gibt hier unheimlich viele Hunde und Riesenfelder mit Millionen von Gerüchen. Sagenhaft! Ich war davon so gefesselt, dass ich meistens gar nicht mitbekommen habe, wenn man etwas von mir wollte.

Dennoch lege ich Wert darauf, dass ich auf Ansprachen für einen Pointer ganz gut reagiere. Da soll es wohl noch ganz andere Exemplare geben…

Herrchen und Frauchen hatten ja gewisse Bedenken, weil es hier wohl einige Hunderüpel geben soll. Aber bislang habe ich die Lage gut im Griff. Einige der Hundemachos habe ich bereits kennen gelernt, richtig ausfallend ist mir gegenüber bislang keiner geworden.

Im Haus habe ich zwar mehrere Liegeplätze und auch ein Weidenkörbchen, aber bislang konnte ich mich noch nicht so recht entscheiden.
Am schnellsten habe ich mich für das Weidenkörbchen in der 1. Etage entschieden. Kein Wunder, immerhin kann ich mit Frauchen/Herrchen – wenn schon nicht im Bett – zumindest auf einer Etage schlafen. Das Schlafzimmer überlasse ich seitdem großzügigerweise den Zweibeinern.

Einen weiteren Liegeplatz habe ich nach 1,5 Wochen neben dem Kamin angenommen. Dort liegt ein kuschelweiches Flegelkörbchen mit einem Lammfell. Das ist schon recht angenehm, zumal es mir insofern „schmackhaft“ gemacht wurde, als dort immer mal wieder Leckerchen zu finden sind…

Wenn der Kaminofen an ist, finde ich es ohnehin klasse. Eigentlich schade, dass es draußen nicht so kalt ist, denn dann wäre der Ofen bestimmt noch viel öfter an.

Aber letztlich geht doch nichts über die Sonne!!! Ich bin übrigens nicht die einzige Sonnenhungrige…!


Und obendrein bekommt man an diesem Platz noch mit, was sich draußen so abspielt.


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Re: Fiona - von der Kette ins Leben...

Beitrag  caro am Do 17 Apr 2014, 11:07

14.02.2014

Inzwischen bin ich 2 Wochen bei Frauchen/Herrchen. Zeit für mich, ein erstes Fazit zu ziehen;

Es ist hier unheimlich abwechslungsreich, die Spaziergänge sind lang und Frauchen/Herrchen bieten mir sehr viele neue Umgebungen an, wo ich voller Begeisterung schnüffeln kann.

Das Essen ist ganz okay, könnte aber besser sein. Ich bekomme morgens meine begehrte Frischfleischportion (dann nennt mich Frauchen „Barfi“) und abends ein spezielles Trockenfutter für sportliche Hunde. Es ist essbar, aber wirklich Heißhunger habe ich nicht drauf.

Mittags gibt es schon mal einen Trockenfutter-Mix mit Huhn, Ente, Lachs „natürlich kaltgepresst“. Ich weiß nicht, was Frauchen/Herrchen daran finden!
Mir schmeckt es nicht besonders und ich lasse es schon mal stehen. Allerdings habe ich den Eindruck, dass Frauchen/Herrchen etwas konsterniert sind…es scheint schon irgendwas Besonderes zu sein.

Bei den Leckerchen sieht es schon wieder besser aus (solange es keine auf Trockenfutterbasis sind). Meine Favoriten sind bislang Pansen und Ochsenziemer (lechz!) Über die Menge kann ich wirklich nicht meckern.

Trotzdem achte ich strikt auf meine schlanke Linie; ich habe allenfalls ganz geringfügig zugenommen.

Es gibt hier übrigens nicht nur viele Hunde, sondern auch eine ganze Menge anderer Tiere wie z. B. Enten, Gänse, Mäuse Kaninchen, diverse Vogelarten etc.

Pointerherz, was willst Du mehr…!

Übrigens liebes Tagebuch: Der Pflegestelle habe ich – was meinen Jagdtrieb anbelangt – einiges verborgen…

Tatsächlich ist mein Jagdtrieb ziemlich ausgeprägt…Frauchen und Herrchen werden noch „Spaß“ mit mir haben, da sind sie und ich uns ziemlich einig…

Ach ja: Sogar Ziegen sind hier in der Nähe. Sensationell, ich war ganz aus dem Häuschen und habe erstmals gebellt.

Außerdem gibt es hier so komische Riesenhunde mit einem langen schweifartigen Schwanz. Die sind so was von blöd, die lassen ihr Frauchchen/Herrchen sogar auf sich sitzen…

Die Hundeverwandtschaft habe ich zum großen Teil auch schon kennen gelernt. Das sind – im Vergleich zu mir – schon überwiegend gesetztere Herrschaften, die man erst mal ein wenig motivieren muss, aber leider hält das nicht lange an…

Mit dem Alleinsein komme ich inzwischen ganz gut zurecht. In der ersten Woche bin ich Herrchen/Frauchen im Haus immer nachgestiefelt und habe sie kaum einmal aus den Augen gelassen.
Seitdem mir die beiden aber ständig versichern, dass sie immer wieder zurückkommen und das auch stets unter Beweis stellen, stelle ich mich ganz gut auf die Gegebenheiten ein. Ich mache keinen Hehl daraus, dass es mir nicht gefällt, aber ich mache auch kein großes Theater. Ich akzeptiere die Situation so, wie sie ist, lege mich hin und warte…

Oft ist es so, dass man mir etwas mitbringt, wenn ich gewartet habe und ich stelle mir dann immer vor, was es das nächste Mal geben wird.

Bilder/Filmchen gibt es noch nicht so viele von mir. Herrchen meint, das liegt daran, dass ich immer so quirlig bin und es schwierig sei, mich zu fotografieren oder zu filmen. Außerdem meint Herrchen, dass manchmal zu wenig Licht da ist. Ich sehe das etwas anders. Herrchen muss sich nur etwas besser konzentrieren und im richtigen Moment „abdrücken“.


Na also, es geht doch!

Mit der Leinenführigkeit hapert es noch, aber dafür habe ich schon einige Tricks auf Lager, die Frauchen/Herrchen verblüffen…

„Sitz“ hatte ich ja schon in der Pflegestelle vorgeführt, aber „Platz“ habe ich natürlich auch drauf und (im Haus) kann ich schon „Platz/Bleib“, selbst wenn Frauchen/Herrchen den Raum verlassen. Ich finde das schon ganz gut für die kurze Zeit, in der ich hier bin!

An der Schleppleine habe ich mich ziemlich blamiert. Frauchen/Herrchen haben zwar gerufen (wer oder was ist eigentlich „Fiona“?), aber ich war jedes Mal anderweitig beschäftigt…Die beiden haben sich dann auch mal versteckt, aber das hat mich auch nicht beeindruckt. Nobody ist eben perfekt…

Es ist gar nicht so einfach, alle Eindrücke zu verarbeiten. Selbst ICH bin manchmal ganz schön k. o…!


So liebes Tagebuch, ich muss jetzt Schluss machen; Frauchen und Herrchen wollen sich mal wieder Zuwendungen abholen…

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Re: Fiona - von der Kette ins Leben...

Beitrag  caro am Do 17 Apr 2014, 11:08

17.02.2014

Gestern war vielleicht ein anstrengender Tag für mich…

Frauchen/Herrchen sind mit mir zu einer Familienfeier gefahren. Der Vater von meinem Frauchen, gleichzeitig Herrchen von meinem spanischen „Onkel“ Casper – ein Deutschdrahthaar – hatte Geburtstag. Für mich war das die Gelegenheit, Casper wieder zu treffen, der mich bereits zu Hause besucht hatte.

Außerdem habe ich erstmals eine weitere Verwandte, meine portugiesische „Cousine“ Palera kennen lernen dürfen. Palera ist eine mir unbekannte Mischung, fast so alt wie ich und noch sehr scheu gegenüber den Zweibeinern.

Wir zwei haben uns dagegen auf Anhieb verstanden und das Wohnzimmer zum Kinderzimmer umfunktioniert…

Nachdem unser Tatendrang dann immer noch nicht gestillt war, haben wir im Garten Fangen gespielt und selbst „Onkel“ Casper hat sich daran beteiligt. War das lustig!

Weniger lustig fanden die Zweibeiner, dass ich mich aus dem Haus gestohlen habe…
Aus irgendeinem Grund – keiner weiß warum und wer dafür verantwortlich war – stand jedenfalls die Haustüre offen und lud mich ein, einen Ausflug zu machen…

Direkt gegenüber liegt ein Kaninchenpark, den ich mir ausgiebig anschauen konnte, weil ja so schnell niemandem aufgefallen war, dass ich weg war. Nachdem Frauchen/Herrchen bemerkt hatten (echte „Schnellmerker“) dass ich auf Erkundungstour war, ist Herrchen als Erster in den Park gelaufen und hat mich etwa 150 Meter vom Haus gesehen.

Ich stand in diesem Moment und hörte seine Stimme. Toll, dass er mit mir jagen gehen wollte…!
Als er rief, wollte ich ihm daher auch eine Freude machen und bin schwanz wedelnd zu ihm gekommen.
Und was macht er?
Tut so, als ob ich wer weiß wo und wer weiß wie lange weg war und wir uns Ewigkeiten nicht mehr gesehen hätten…

Und anstatt mit mir wieder im Park zu verschwinden, hat er mich nur gedrückt und gestreichelt und wieder mit zur Feier genommen.

Ich muss allerdings gestehen, dass ich restlos fertig war. Ich hatte vor Aufregung Schaum vor dem Mund (wer hat schon mal Dutzende Kaninchen vor Augen und Trüffel!) und brauchte mindestens 5 Minuten, um meine Atmung zu normalisieren. Im Haus habe ich dann erstmal zwei Näpfe Wasser „auf ex“ geschlappt.

Mir hat mein Ausflug gefallen, aber ich glaube, dass ich diese Meinung exclusiv hatte und mich Herrchen/Frauchen wohl nicht freiwillig wieder dorthin gehen lassen…

Heute morgen habe ich mir dann gleich das nächste Ding „gelappt“…
Anstatt - wie man mir das beigebracht hat (oder sollte ich sagen „versucht hat beizubringen“?) - nach dem Öffnen der Heckklappe unseres Autos zu warten, bis ich das Kommando zum Aussteigen erhalte, bin ich aus dem Auto gehüpft, bevor Frauchen „Piep“ sagen konnte. Sie war aber nur einen Moment sprachlos und hat mich gleich „angemacht.“
Aber was sollte die Aufregung? Ich hatte alles im Griff und es ist ja nichts passiert.

Heute Nachmittag war ich dann noch bei meinem deutschen „Onkel“ Obsidian, übrigens echter deutscher Spaniel Adel…!

Mit dem bin ich dann durch den Garten von Herrchens Eltern geflitzt, bis ich den Nachbardackel gesehen habe…Ein Satz und ich war über den Zaun in Nachbars Garten…Da haben alle ziemlich verblüfft ausgesehen, auch der Dackel.

Ich habe mir sagen lassen, dass „Onkel“ Casper das in seiner Sturm- und Drang Phase auch gemacht hat. Für die Zweibeiner eigentlich nichts Neues, aber das Überspringen von Zäunen wurde mir verboten. Ich weiß noch nicht, ob ich mich dran halte…

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Re: Fiona - von der Kette ins Leben...

Beitrag  caro am Do 17 Apr 2014, 11:09

21.02.2014

Heute war anscheinend ein besonderer Tag…
Herrchen hat morgens kleine Päckchen bekommen und sich darüber gefreut.
Abends sind sie mit mir in ein Haus gefahren, wo die Zweibeiner essen können, was und wie viel sie wollen.

War mir eigentlich nicht wichtig, aber was ich nicht verstanden habe, war, dass ich die ganze Zeit unter dem Tisch bzw. neben Herrchens Stuhl liegen bleiben sollte. Dass es dann ab und an ein Leckerchen gab, hat mich auch nicht besonders beeindruckt. Insgesamt war ich recht froh, als alles vorbei war und wir wieder gefahren sind.

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Re: Fiona - von der Kette ins Leben...

Beitrag  caro am Do 17 Apr 2014, 11:09

22.02.2014

Heute habe ich während des Spazierganges mein Geschirr verloren!
Frauchen hat keine Ahnung, wie das passieren konnte und ich habe nichts davon bemerkt, weil ich mich an einem Mauseloch ausgetobt habe…

Peinlich war nur, dass die Maus höchstens zwei Meter von mir und dem Loch entfernt saß und mir beim Buddeln interessiert (und wie Frauchen meint – kopfschüttelnd – ) zugesehen hat.

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Re: Fiona - von der Kette ins Leben...

Beitrag  caro am Do 17 Apr 2014, 11:10

23.02.2014

Ein Super-Tag!
Ich war auf einem echten Hundespielplatz, wow!
Herrchen und Frauchen haben tatsächlich einen Platz ausfindig gemacht, wo sich Hunde auf verschiedenen eingezäunten Auslaufflächen treffen und spielen können.

Na, ich habe die ganze Meute dort erst mal aufgemischt und den anwesenden Zwei- und Vierbeinern mit meiner Laufstärke und Ausdauer imponiert.



Gell, ich bin schon ganz schön flott, oder?

Ein paar Schäferhunde und Dobermänner sowie ein Mischling konnten nicht vertragen, dass ich viel schneller war als sie und wollten mich immer mal wieder maßregeln. Das fand ich etwas blöd!

In der Gruppe gab es auch friedliche und liebe Kampfhunde. Mit einem Mädchen habe ich mich dann angefreundet und wir hatten – wie man gleich sieht – viel Spaß…



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Re: Fiona - von der Kette ins Leben...

Beitrag  caro am Do 17 Apr 2014, 11:11

24.02.2014

Liebes Tagebuch, ich habe es schon wieder getan…
Zäune sind keine Hindernisse, sondern Sportgeräte zur körperlichen Ertüchtigung…
Wieder einmal habe ich den Nachbardackel bei Onkel Obsidian gesehen und ihm gezeigt, was spanische Mädchen so drauf haben. Einmal die Muskeln gespannt und hopp, schon war ich drüben. Merkwürdig, dass keiner meine Springe würdigen möchte…

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Re: Fiona - von der Kette ins Leben...

Beitrag  caro am Do 17 Apr 2014, 11:12

03.03.2014

Nun bin ich schon über einen Monat in meinem neuen Zuhause. Ich finde, dass ich mich schon ganz gut eingewöhnt habe.

Frauchen meint, ich wäre ein wenig auf mein Herrchen fixiert (was vielleicht sogar stimmt), aber nur ein bisschen. Eigentlich habe ich mein Rudel generell ganz gern im Blick, nur selten ziehe ich mich in mein Körbchen zurück oder gehe allein in einen anderen Raum.

Herrchen und Frauchen nutzen manchmal die Gelegenheit, um mich mehr und mehr daran zu gewöhnen, dass ich auch mal alleine bleiben muss. Wie gesagt, das begeistert mich nicht, aber ich habe zumindest ein Fenster, aus dem man rausschauen kann, wenn es gar zu langweilig ist. Und wenn die Sonne scheint, kann man ein wenig chillen…aber so richtig Spaß macht es mir erst, wenn wir alle zu Hause sind.

Meiner Meinung nach mache ich Fortschritte an der Leine. Zumindest auf der kleinen Gassirunde gehe ich auf Hin- und Rückweg schon ein kleineres Stück ohne Ziehen an der Leine. Selbst auf dem Rest der Strecke schaffe ich es (einigermaßen), meine Ungeduld ein wenig zu zähmen, so dass es für alle Beteiligten ziemlich stressfrei abläuft…

Schwieriger, um nicht zu sagen, schwierig bis sehr schwierig gestalten sich allerdings unsere Feldrunden… Frauchen und Herrchen können einfach nicht mit mir mithalten, denn für mich gibt es im Feld praktisch kein Halten. Mit der Schleppleine kann keiner von uns richtig gut umgehen. Allerdings kassiere ich manches Lob, weil ich immer recht schnell zurückkomme, wenn ich merke, dass es nicht weitergeht.

Anschließend schalte ich aber fast immer wieder auf Durchzug…Ich bin dermaßen durch Gerüche von Tieren, Geräusche von Vögeln und jegliche Bewegung in einem Radius von 500 Metern abgelenkt, dass es für Frauchen und Herrchen K(eine) wahre Freude ist…!!!

Mittlerweile „dürfte“ ich schon zwei Mal frei laufen, wobei das zweite Mal wohl eher unfreiwillig war…

Also:

Vor ein paar Tagen wurde meine Leine ausgeklinkt und ich war so überrascht, dass ich 1-2 Minuten in der Nähe geblieben und wieder zurückgekommen bin. Was haben Frauchen und Herrchen für ein Theater gemacht, nur weil ich zufällig in deren Richtung gerannt bin und bei den beiden Halt gemacht habe!

Anschließend sah die Sache schon anders aus…ich habe mich zunächst schwerpunktmäßig mit Mäuselöchern beschäftigt und war dann in einem größeren Umfeld „unterwegs“. Gehört habe ich danach nicht mehr, aber es ist Frauchen nach einiger Zeit gelungen, mich an einem Mauseloch wieder „einzufangen“…Ich hatte da schon ein wenig ein schlechtes Gewissen, aber es wurde nicht geschimpft, aber auch kein Wort gesagt, hmh…

Beim zweiten Mal lief ich an der Schleppleine und am anderen Ende mein Frauchen, als wir beide ein Flugzeug in niedriger Höhe beobachteten. Während Frauchen aber das Flugzeug spannend fand, hatte ich im Augenwinkel etwas auf dem Feld gesehen und dann ging die Post ab, aber wie….
Frauchen konnte weder mich noch die Schleppleine halten und dann wollte ich wissen, ob mich die Schleppleine überholen kann (kann sie nicht habe ich festgestellt).

Jedenfalls haben mich Frauchen und Herrchen in weiter Ferne beobachten dürfen und konnten mich erst wieder einholen, als ich auf einem bestellten Feld von der blöden Leine etwas aufgehalten wurde und dabei auf ein Mäuseloch aufmerksam wurde.

Witzigerweise waren Frauchen/Herrchen nicht mal besonders frustiert, denn ich habe gehört, dass es meine Vorgängerin in ihrer Jugend mindestens genau so schlimm getrieben hat.

Allerdings habe ich die größeren Kraftreserven und bessere Ausdauerwerte…wir werden sehen, ob ich meine Vorgängerin nicht übertreffen kann; ich bin da ganz optimistisch…!

Kuscheln genieße ich übrigens auch und kürzlich habe ich Frauchen meinen „Streckhals“ vorgeführt…


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Re: Fiona - von der Kette ins Leben...

Beitrag  caro am Do 17 Apr 2014, 11:12

14.03.14

Nun ist das eingetreten, was ich habe kommen sehen…

Frauchen hatte noch immer nicht begriffen, dass die Schleppleine nichts für sie ist und für mich kein größeres Hindernis darstellt.

Wir gingen also zu Dritt unsere gemeinsame Gassirunde auf dem Feldweg, als Frauchen und ich fast gleichzeitig kleine Vögel gesehen haben, die in der Luft „standen“ und sangen.

Frauchen meinte noch, „Jetzt geht es los“, aber da war ich schon im vollen Vogelsprint unterwegs…Die Schleppleine war zwar nach 10 Metern zu Ende, dann gab es einen heftigen Ruck und für mich kein Halten mehr…

Mein Frauchen fand das einfach „umwerfend“ und hat sich „vor Freude“ in den Dreck geworfen, was ich aber erst später erfahren habe, weil ich mich um die Vögel kümmern musste.
Zum Glück ist Frauchen nichts Ernstes passiert, sonst hätte ich ja ein schlechtes Gewissen haben müssen, so aber nicht.

Frauchen hat allerdings daraus ihre Lehre gezogen und die Schleppleine erst einmal in den Keller verbannt.

In Deutschland hat der Frühling dieses Jahr schon Mitte März begonnen.

Hier nehme ich gerade ein „Bad“ in der Frühlingssonne,
Sonnenmilch ist aber noch nicht erforderlich…


Nicht schon wieder!!!
Also ich finde, man kann es mit den Fotos auch übertreiben; ich bin schließlich kein Model!


Anfang März waren wir erneut auf dem Hundespielplatz. Einige Kolleginnen/Kollegen kenne ich schon, aber man trifft auch immer wieder neue Gesichter. Hier sieht man mich in Action…


Los, fang mich!


Und jetzt bin ich dran…!
Das Toben macht super viel Spaß, aber Spielen kann so anstrengend sein…!!!


Seit etwa 2-3 Wochen darf ich auf der kleinen Gassirunde ein Stück frei laufen. Herrchen hat das schon ziemlich raffiniert eingefädelt, denn ich kann auf diesem Stück meistens nur voraus oder zurück laufen.

Die erste Zeit bin ich dann ein ganzes Stück weit voraus gerannt. Irgendwann habe ich dann bemerkt, dass er nicht mitgelaufen ist. Dann habe ich die Beine in die Hand genommen und bin zurückgesprintet.

Als wir uns wieder gesehen haben, konnte man nicht feststellen, wer mehr erleichtert war, Herrchen oder ich….

Jedenfalls habe ich jetzt morgens und abends „Freilauf“. In den letzten Tagen war Herrchen total zufrieden mit mir, denn ich halte mich im Moment etwas mehr in seiner Nähe auf und bin nicht ständig außer Sichtweite.

Herrchen zieht auch nicht mehr so viel an der Leine wie früher…Allerdings liegt das mehr an mir als an ihm…Trotzdem fällt es mir immer noch sehr schwer, mich an der Leine oder draußen auf die Zweibeiner zu konzentrieren und ständig auf Frauchen/Herrchen zu achten.

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Re: Fiona - von der Kette ins Leben...

Beitrag  caro am Do 17 Apr 2014, 11:13

11.04.14

Mit dem Fressen klappt es immer besser, seitdem Frauchen eingesehen hat, dass ich gegen Trockenfutter jeglicher Art bin.

Heute hatte ich meine erste Nassfutterdose (Werbung darf ich nicht machen hat Herrchen gesagt, weil mein Tagebuch ja veröffentlicht werden soll). Aber köstlich war es, ich habe mir mehrmals den Fang geleckt…!

Also Kollegen, wenn Ihr mitlesen dürft: Ich kann Euch nur empfehlen, auch in den Hungerstreik zu treten…. Setzt Euch durch; es geht leichter, als Ihr glaubt…!

Heute hatte ich auch meine erste Tierarztvisite.
Zuerst war es nicht so unterhaltsam, weil außer mir niemand da war. Dennoch waren die Gerüche und Eindrücke ziemlich spannend. Ich konnte mir in der Praxis (fast) alles ansehen.

Tierarzt nebst Assistentin habe ich auch gleich für mich eingenommen.
Mit dem Allgemeinzustand war der Doc sehr zufrieden. Allerdings macht eine meiner Herzkammern leichte Geräusche und das will der Tierarzt weiter beobachten, obwohl er meint, dass ich nicht beeinträchtigt bin.

Für mich stellt das kein wirkliches Handicap dar. Beim Laufen, Toben, Spielen merke ich nichts und die Beobachter auch nicht.

Übrigens habe ich mitbekommen, dass wir „bald in den Urlaub fahren“. Keine Ahnung, was das zu bedeuten hat, aber Frauchen und Herrchen machen so ein Theater darum, dass es wohl was Besonderes sein muss. Ich lass mich mal überraschen“

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Re: Fiona - von der Kette ins Leben...

Beitrag  Dedetschek am So 15 Jan 2017, 10:30

Was ein toller Bericht, so schön zu lesen!

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Re: Fiona - von der Kette ins Leben...

Beitrag  katja2211 am Mi 18 Jan 2017, 19:28

Eine echte Schönheit geworden!
Schön, dass es ihr so gut geht. Toll geschrieben!
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